Schachvereinigung Hamm
SV Hamm 1911 / SV Werries 1927









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Retrospektive

Das Aushängeschild des Vereins



Ob ein Verein ein wirklich vorzeigbares Aushängeschild hat, ob er in einer breiteren Öffentlichkeit bekannt ist, mag sicherlich verschiedene Ursachen haben. Wirkungsvoller wird die Sache jedenfalls, wenn mehrere Ursachen zusammenfallen. So etwa einer oder mehrere Spitzenspieler, eine schlagkräftige Mannschaft, eine große Anzahl aktiver Spieler, die durch 6 oder mehr Mannschaften in allen Klassen den Verein vertreten, oder auch einer oder mehrere “Funktionäre“ die über den Verein hinaus in die Schachorganisationen hineinwirken.

Hier soll zunächst einmal die erste Mannschaft als Aushänge­schild dargestellt werden. Schon nach der Neugründung des Westfälischen Schachbundes im Jahre 1923 war Hamm Mittelpunkt eines der 7 Schachkreise und drang 1930 - in den Schachkreisen wurde der Mannschafts­meister ermittelt und dann traten die Schachkreise im k.o.­System gegeneinander an - sogar ins Endspiel vor (Hamm - Herne 8,5:11,5). Dieser Schachkreis Hamm umfaßte 1929 die Vereine Beckum, Hamm, Heessen, Herdringen, Menden, Neheim, Soest, Unna, Werl; 1931 sind dazu noch vermerkt Arnsberg, Heeren, Hövel, Hüsten, Sundern und Werries.- In dieser Zeit ist auch vermerkt, daß Schäferhoff, Esser, Schuerhoff und Muth in den Kreismeisterschaften weit vorn zu finden waren. 1936, im Jahre des 25-jährigen Bestehens, kam in der Festwoche auch der nunmehr Leiter des Schachgaues genannte Kurt Jahn (Dortmund), der schon seit 1930 dem Westfälischen Schachbund vorstand, nach Hamm, um Wilhelm Mohnke die silberne Ehrennadel des Großdeutschen Schachbundes zu überreichen. Die damalige Würdigung ist in der Deutschen Schachzeitung 12/36 nachzulesen. In “Renneforths Schachkalender“ für 1937 ist sogar notiert:

"Märkischer Kreis -Leiter W. Schuerhoff und weiter... täglicher Schachverkehr: Hamm Cafe Wiegand, Bahnhofstr. 8."

Nachdem Ende 1945 mit maßgeblicher Hilfe Wilhelm Schuerhoff der Schachkreis 3 im Regierungsbezirk Arnsberg wieder in Mannschaftsklassen spielte, wurden laut Verfügung der Militärregierung nur Wettkämpfe auf Kreisebene zugelassen. Freundschaftskämpfe mit den nächsterreichbaren Vereinen füllten das Programm neben den im k.o. -System ausgetragenen Kreis Mannschaftsmeisterschaften. Das erste erhaltene Ergebnis: Hamm-Herringen am 24.2.46 11,5: 7,5 mit Palda, Schuerhoff, Breuckelmann, Huppert, Augsburg, Brocher, Schroer, Haumann, Jakob, Becker, Bergan, Röller, Jurgeleit, Deyda, Heßling, Bogoljubow, Borges, Brocker sen., Hoppe. 1947 konnten sich Schuerhoff, Neumann, Landskröner, Wernecke, Brocker, Augsburg, Bergan und Breuckelmann mit dem S.V. Ahlen für die Bezirksklasse Ost (heute Verbandsklasse) qualifizieren, nachdem man sich, da der Verband Westfalen im Schachbund NW aufging, für den Beitritt zum Verband Industriegebiet entschieden hatte. Diese Klasse konnte nach dem Verlust von Neumann und Schuerhoff nicht gehalten werden. Zwei Jahre später, 1954, ließ man sich von der eigenen 2. Mannschaft den Aufstieg vermasseln: 1,5 Verlustpunkte, war das bitter! 1954 sorgte die Mannschaft Wiese, Becker, Hokamp, Boes, Kaminski, Richter, Lange (Bez.Jugendmeister) und Haumann für den Wiederaufstieg. Nun mischte die verjüngte Mannschaft mit den Oldtimern Augsburg und Landskröner in der Spitze der 1956 auch in Verbandsklasse umgetauften Kreisklasse SVI-Ost mit. 1959 schon hatte man Platz 1 erreicht, trat aber zum Aufstiegsstichkampf nicht an.

Neuen Auftrieb gab das Jubiläumsjahr 1961 und am Ende der Saison 1961/62 war es geschafft: erstmalig Verbandsligist! Vierbuchen, Wiese, Richter, Thiel, Kaminski, Wichert, Becker, Baucks hatten in 3 Stichkämpfen Essen 01 ausgebootet. 3 Jahre konnte man sich dort halten und 3 weitere Jahre blieb man auch noch in der Verbandsklasse. Eine Saison sogar Hamm II. Dieser Kraftakt war wohl zu viel. 1965 stand die Mannschaft gar im Endspiel um den Verbaridspokal: 2,5:5,5 gegen Mülheim. Kontakte hatte man 1962 mit Lasker Berlin. Wieder gelang der Aufstieg erst nach der zweiten Saison. 1971 tritt dann die Mannschaft mit Lilienthal, Grothaus, Vier­buchen, Hatton, Schlüßler, Stutenz, Huppert, Bode wieder in der Verbandsklasse an.

Schließlich hievten 1973 Dr. Gauba, Vierbuchen, Grothaus, Hatton, Bode, Moldzio, Haumann, Kaminski die Mannschaft wiederum in die Verbandsliga. 1976 gelang ein bis dahin einmaliger großer Wurf: Ueter, Gramse, Voß, Schwertel, Dr. Gauba, Schmitz, Vierbuchen, Kaiser hatten mit 14:0 Punkten die vor wenigen Jahren eingerichtete Regionalliga erreicht. Ein Jahr später mußte man dann sagen: viermal mit einem halben Punkt zum remis verloren. Das war Pech! Plätze 2, 4, 5, 2, 3, 2 waren in den folgenden Jahren die Erfolge der ersten Mannschaft. 1983 konnte sich dann gar die zweite Mannschaft in der Verbandsklasse festsetzen und mischt bis heute dort ganz schön mit. 1984 schließlich bestätigte sich der Erfolg der Breitenarbeit:
Die erste Mannschaft gelangte mit Dr. Lentze, Voß, Schlaap, Bachmann, Roth, Vierbuchen, J. Kaiser, Bölling wiederum in die Regionalliga, die höchste Klasse des Schachverbandes Industriegebiet. Diesmal konnte sie sich im ersten Jahre behaupten, blieb dann aber im Jubiläumsjahr recht unglücklich auf dem Abstiegsplatz.

Als Höhepunkte darf man auch die Simultanveranstaltungen 1951 mit Edith Keller, 1960 mit Dr. Tröger, 1961 mit Geller und Kortschnoj, oder 1966 die Fahrten nach Lüttich und Tienen, 1974-76 die Kontakte nach Dehrn (Lahn), 1981 die Ausrichtung des Länderkampfes NW - Berlin mit Unterstützung der Volksbank und die Simultanveranstaltung mit J. Hecht und schließlich, dies aber an anderer Stelle ausführlich, im Jubiläumsjahr das Mephisto-Turnier ansehen. Die Jugend macht den Verein stark!

Sogwirkung zeigte es schon, als in den 50-er Jahren Walter Wiese und dann Helmut Lange zum Verein stießen und Jugendbezirksmeister wurden. Dann machten Hubert Gburek und Kurt Lorenz den Versuch, eine Jugendmannschaft aufzubauen. Ihr Weggang aus beruflichen Gründen ließ Klaus Flehmig einen erneuten Versuch starten. Wenn auch der Verein mit einer Jugendabteilung noch nicht glänzen konnte, so blieb doch die Jugendarbeit lebendig, und es darf wohl mit Fug und Recht gesagt werden, daß der Grund­stein für die Erfolge 1983 und 1984 auf der Basis der 2 Jugendmannschaften beruhte, die 1980 antraten. Sie schafften 1982 den Durchbruch in Verbandsliga und -Klasse, ja selbst eine dritte Jugendmannschaft kämpfte bereits auf Bezirksebene. Heute stehen die damaligen Jugendlichen schon in der 1. und 2. Mannschaft. So ruhen die Zukunftshoffnungen unseres Vereines wohl nicht zuletzt auf den Schultern der Jugendbetreuer Ralf Schlaap, Emanuel Spyrou und Horst Krause.