Schachvereinigung Hamm
SV Hamm 1911 / SV Werries 1927









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Retrospektive

50-jähriges Vereinsjubiläum



Im Spiegelsaal des Kurhauses Bad Hamm konnten wir am 3.Juli 1961 zwei weltbekannte sowjetische Gäste begrüßen: GM Viktor Kortschnoj, mehrmaliger weißrussischer Landesmeister im Schach, und seinen Mannschaftskameraden GM Efim Geller, mehrmaliger ukrainischer Landesmeister. Die Gäste aus der UDSSR, Mitglieder der sowjetischen Schachmannschaft, die sich am Tag vorher in Oberhausen den Europatitel sicherten, spielten simultan gegen je 35 Schachspieler des SV Hamm 1911 bzw. des Schachbezirkes Hamm. Der 35-jährige Geller spielte gegen Spieler unseres Vereins, der um 5 Jahre jüngere Kortschnoj gegen Spieler des Bezirkes.

Die Vorarbeiten zu diesem gelungenen Treffen hatten Spielleiter Heinrich Boes und 1. Vorsitzender Paul Vierbuchen geliefert. Bei der Begrüßung dankte Vierbuchen zunächst den russischen Gästen, daß sie sich zu diesen aufreibenden Simultanspielen unmittelbar nach Abschluß der Europameisterschaften zur Verfügung gestellt hatten.

Xaver Lösch, eines unserer ältesten Mitglieder, übernahm die Rolle des Dolmetschers. Er übermittelte, daß dieser Tag ein Höhepunkt während der Feierlichkeiten des 50-jährigen Bestehens unseres Vereins sei. Aber diese Begegnung zwischen Russen und Deutschen soll nicht nur ein sportliches Ereignis sein, sondern auch dazu bei tragen, die Verständigung zwischen den Völkern zu fördern. Vielleicht könnten so die Schachspieler einen kleinen Beitrag zur Erhaltung des Weltfriedens leisten. Viktor Kortschnoj dankte auch im Namen seines Kollegen Geller für den freundlichen Empfang durch die Hammer Schachfreunde. Sein Kollege und er wünschen, möglichst alle Spiele zu gewinnen, denn je mehr Spiele die deutschen Schachspieler verlieren wür­den, um so mehr könnten sie aus diesem Treffen lernen. Die beiden russischen Gäste begannen die Spiele mit den ver­schiedensten Eröffnungen. Sie hatten sich, wie üblich, Weiß als Spielfarbe ausbedungen.

Um 22.35 Uhr, also nach 3-stündiger Spielzeit, mußte Großmeister Geller die erste Niederlage hinnehmen. Hamms mehrmaliger Stadtmeister, der 29-jährige Walter Wiese, der bereits als 17-jähriger im Jahre 1949 in Herringen einen Erfolg über den russischen Großmeister Bogoljubow verbuchen konnte, zwang Geller nach 29 Zügen zur Aufgabe. Die sizilianische Partie wurde mit vielen taktischen Rafinessen geführt. Der Großmeister suchte sofort ungestüm den Angriff, allerdings auf Kosten der Qualität. Gegen Wiese durfte er sich dies nicht leisten. Nach dem 32. Zug bot Geller Rolf Moldzio ein Remis an. Obwohl Moldzio eine Figur mehr hatte, nahm er das Angebot an, da Zugwiederholung nicht zu verhindern war. Hubert Gburek und Lutz Stawikowski lagen lange Zeit gut im Rennen. Wie aus heiterem Himmel verloren sie jedoch nach Glanzkombinationen des Meisters. Nach langem zähen Kampf siegte auch Walter Haumann. Remis spielten ferner Klemme, Paul Vierbuchen, Egon Rüther, Mau und Heilf. Während Geller 26 der insgesamt 35 Partien zu seinen Gunsten entscheiden konnte.