Home Archiv
 
nfänge 1927-1945
 
1927 - Schwarzer Freitag in New York,
Wirtschaftskrise und hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland.
In Buenos Aires entthront Alexander Alekhine im 13. Kampf um die Schachweltmeisterschaft den Kubaner Jose Raul Capablanca.
Im kleinem Werries gründen die Gebrüder Alex und Rudolf Fiedler, Otto Fleischhauer, Fritz und Luise Classen und Paul Posingis den Schachverein Werries und wählen den Uhrmachermeister Paul Posingis zu ihrem 1. Vorsitzenden.

Der Name Paul Posingis wurde nicht nur im Zusammenhang mit dem Schachverein Werries berühmt. Von Beruf Urmachermeister entwickelten er und sein Bruder eine Schachuhr, die zur damaligen Zeit eine neue Epoche in der Schachwelt einläutete. Zwei Zeitanzeigen, ein Wechselmechanismus und das Fallblättchen, erlaubten es jedem Spieler seine individuelle abgelaufene Zeit zuordnen und den
Gewinn oder Verlust der Partie auf Zeit anzuzeigen. Zur Schacholympiade 1936 in Deutschland war der Chronometer aus Werries offizielle Olympiauhr.

1930 traten Karl Bartels und Johann Seidel mit ihren "Schachfreunden Ostwennemar" dem Schachverein Werries bei. Der Verein erhielt den Namen Schachverein Werries-Ostwennemar. In den 30iger Jahren bis zu Beginn des 2.Weltkrieges, entwickelte sich ein reges Vereinsleben.
Es wurde gegen Werksmannschaften und befreundete Vereine gespielt. Geselligkeit, gemeinsame Ausflüge in die nähere Umgebung ließen die Schachfamilie über Jahrzehnte hinaus, auch  über die schrecklichen Kriegsjahre hinweg, zusammenwachsen.

eubeginn 1945

Schon im Juli 1945 trafen sich die Vorstandsmitglieder des Schachvereines Werries zur Bestandsaufnahme. Spielmaterial und ein Sparbuch waren abhanden gekommen, aber 17 Vereinsmitglieder waren wieder in Werries und hatten glücklich und unversehrt die Kriegswirren überlebt. Anlass genug für Karl Stutenz, am 16.09.1945 die erste Hauptversammlung einzuberufen.
12 Mitglieder waren erschienen und wählten ihren ersten Nachkriegsvorstand.

Karl Stutenz, der nicht mehr für den ersten Vorsitz kandierte, gab das Amt an Fritz Wnuck weiter, der dieses Amt mit kleinen Unterbrechungen für die nächsten 25 Jahre inne haben sollte. Zweiter Vorsitzender blieb Franz Lukassen aus Ostwennemar. Technischer Leiter wurde Felix Rynkowski, Franz Scheffler blieb Kassierer, Schriftführer wurde Karl Stutenz. Das Amt des Gerätewartes übernahm Kurt Sobczak und Kassierer für Ostwennemar wurde Franz Winter.

Die Versammlung beschloss, den Namen Schachverein Werries-Ostwennemar beizubehalten, um Spaltungsversuchen vorzubeugen. Der Beitrag wurde auf 0,30 RM für Senioren und 0,20 RM für Jugendliche festgesetzt.

Im gleichen Jahr wurde auch die Verbindung mit den Vereinen aus der Umgebung aufgenommen. Da noch keine über- geordnetes Institution den Spielbetrieb regelte, verabredeten die Vereine einen Spielbetrieb auf der Bezirksebene Hamm und der näheren Umgebung.

1949 nach der Spaltung von Ostwennemar musste Werries nach dem Verlust der halben ersten Mannschaft wieder neu beginnen.

Aus den Reihen der  Werrieser Schachspieler sind immer Spielerpersönlichkeiten  hervorgegangen, die über Jahre hinweg den Spielbetrieb dominierten und die Vereinsmeisterschaften für sich entscheiden konnten.
In den Anfangsjahren Willi Penner, gefolgt von Felix Rynkowski und in den 60ern
Willy Kleeschulte. Mit Günther Zilles kam 1970 ein ehemaliger Bundesligaspieler nach Werries, der dann bis zu seiner Pensionierung über 20 als Spitzenspieler die Schachszene in Werries beherrschte.

Nicht zu vergessen sind aber die Spieler, die jahrelang dem Verein die Treue hielten und sozusagen das Korsett des Vereins bildeten.
Hier sind zu nennen Karl Stutenz, Ernst Kühn, Fritz Wnuck, Ernst Krander,
Franz Richert, Franz Scheffler in den frühen 50er bis in die 70er Jahre.

Danach kamen Reinhard Jastram, Bernd Hinze, Martin Starker, die Gebrüder Manfred und Detlef Schyja und Burkhard Rosentreter, die als Werrieser Eigengewächse aus der Jugend in die Seniorenmannschaften drängten und in den 80ern neben Günther Zilles tonangebend in der ersten Mannschaft waren.

Der Schachverein Werries rangierte mit seiner 1. Mannschaft meist in der Mittelklasse im Schachbezirk Hamm.
Fast immer konnten die Werrieser 2 Mannschaften im Bezirk aufstellen und pendelten zwischen Bezirks- und Kreisliga. Auch wirkte sich die allgemeine Großwetterlage im Schachsport auf die Schachszene in Werries aus. Bezeichnend für den Spielbetrieb waren  z.B. das Jahr 1980 als Robert Hübner nach der Schachkrone griff und das Kandidatenfinale erreichte.
In dieser Saison spielte Werries mit 5!! Mannschaften im Bezirk.

Es dauerte bis Mitte der 90 Jahre das Werries erstmals den Sprung in die
höchste Klasse des Bezirks schaffte.
Neben Günther Zilles spielten Harald Dreesbach, Rolf Stoltefuß und die aus der
Jugend kommenden Volker Grobbel, Uwe Maaßen, Jens Begemann und Martin Krawczyk.
Die Jugendarbeit am Stein-Gymnasium hatte seine Früchte getragen, Werries hatte neben der 1. Senioren Mannschaft auch eine Erfolg versprechende Jugendmannschaft, die fast den Sprung bis in die höchste Ebene der Deutschen Schachjugend die NRW-Liga geschafft hätte.

Nach dem Höhenflug kam aber auch der Fall. Mit dem Abstieg aus der Bezirksliga und dem Ausscheiden von Zilles, Stoltefuß und Dreesbach und bedingt durch Studium und Ausbildung der Jugendspieler hatte Werries nicht nur Mühe die Bezirksklasse zu halten, es ging auch um das Überleben des Vereins schlechthin. Das Jahr 2000 war Krisenjahr und Neuanfang zugleich. Gerade 8 Mitglieder entschieden sich gegen eine Fusion mit Nachbarvereinen und für die Sammlung aller Kräfte um das 75 jährige Bestehen des Vereins zu erreichen.
 

ukunft und Ausblick für die nächsten 25 Jahre

Wie zum 60jährigen Bestehen wiederholen sich die Ereignisse in Werries. Auch 1985 erholte sich Werries aus einer Krise und stieg im Jubiläumsjahr aus der Kreisliga in die Bezirksklasse auf. Pünktlich zum  Jubiläumsjahr gelingt es Werries seine Ressourcen zu mobilisieren und darf im Jahr 2002 einen doppelten Aufstieg feiern. Zuerst schaffte es die 2. Mannschaft aus der Kreisliga in die Bezirksklasse und dann auch die 1. Mannschaft einen Spieltag vor Saisonabschluss von der Bezirksklasse wieder in die Bezirksliga.

Das Fortbestehen des Verein wird gesichert durch die gesunde Mischung zwischen jungen und älteren Spielern, den Leitfiguren, die über Jahre dem Verein die Treue halten und dadurch Fortbestand des Vereins sichern. Die Generation der Nachkriegszeit waren Jahrzehnte richtungweisend für unseren Verein. Noch heute werden gerne die Histörchen eines Fritz Wnuck, Ernst Kühn oder Ernst Krander erzählt. Heute sind Persönlichkeiten wie Heinz Tolksdorf , Erwin Paetsch, Manfred Rogalla, die ältere Garde - in 10 Jahren werden es die Spieler um Rainer Fänger und Reinhard Jastram und Martin Starker sein.
Solange dieser Kreislauf erhalten bleibt wird die Zukunft des Vereins gesichert sein und in 25 Jahren zum 100. Geburtstag werden sich neue Generationen von Spielern noch an das Jahr 2002 erinnern.

Alfred J. Reuter
- Vorsitzender -